Demokratiebildung an der Stadtteilschule Walddörfer

Demokratie lernen – Demokratie verstehen, erleben und gestalten

Demokratiebildung ist uns an der Stadtteilschule Walddörfer ein wichtiges Anliegen. Wir möchten Schülerinnen und Schüler darin stärken, demokratische Zusammenhänge zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, eigene Standpunkte zu entwickeln und Verantwortung für das Zusammenleben zu übernehmen.

Demokratie lernen findet dabei nicht nur im Unterricht statt. Es geschieht ebenso im täglichen Miteinander, in der Mitbestimmung im Schulleben, in gemeinsamen Projekten und im Engagement für gesellschaftliche Anliegen. Demokratie soll nicht nur Unterrichtsgegenstand sein, sondern im Schulalltag erfahrbar werden.

Demokratiebildung an der Stadtteilschule Walddörfer

Dabei unterscheiden wir drei miteinander verbundene Dimensionen:

Demokratie verstehen

Demokratie verstehen bedeutet, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge kennenzulernen, demokratische Rechte und Institutionen zu verstehen und sich eine eigene, begründete Meinung bilden zu können. Dazu gehört auch, Informationen kritisch zu prüfen und unterschiedliche Perspektiven einzuordnen.

An unserer Schule findet dies insbesondere in folgenden Angeboten statt:

  • Gesellschaftsunterricht / PGW: Auseinandersetzung mit politischen Grundlagen, demokratischen Institutionen und gesellschaftlichen Fragen.
  • Schülerzeitung PEPERONI: Recherchieren, Informationen prüfen, Themen auswählen und journalistisch aufbereiten.
  • Medienscouts: Kritischer Umgang mit Medien und Informationen; Workshops für die Jahrgänge 5 und 6.
  • ZDF-Kooperation: Journalismus kennenlernen, Fake News erkennen und Medien kritisch nutzen.
  • Juniorwahl: Wahlverfahren und demokratische Wahlen kennenlernen.
  • Dialog P: Politische Positionen kennenlernen und sich mit Politikerinnen und Politikern austauschen.
  • Engagementprojekt: Gesellschaftliche und politische Herausforderungen verstehen und eigene Vorhaben daraus entwickeln.

Demokratie erleben

Demokratie erleben bedeutet, demokratische Umgangsformen und Entscheidungsprozesse im Alltag zu erfahren. Schülerinnen und Schüler lernen, zuzuhören, unterschiedliche Interessen auszuhalten, Konflikte fair auszutragen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.

Dazu tragen an unserer Schule insbesondere folgende Angebote bei:

  • Klassenrat: Mitbestimmung, Gesprächskultur, gemeinsame Entscheidungen und Konfliktlösung im Klassenverband.
  • Schülerrat / Schülervertretung: Interessen vertreten und Anliegen der Schülerschaft in die schulischen Gremien einbringen.
  • Jugend debattiert im Unterricht: Argumentieren, zuhören, unterschiedliche Positionen abwägen und fair streiten.
  • Jugend debattiert – Wettbewerbe: Demokratische Debatten öffentlich führen und unterschiedliche Standpunkte respektvoll vertreten.
  • Juniorwahl: Eine Wahl praktisch durchführen und demokratische Wahlverfahren erfahren.
  • Dialog P: Direkter Austausch zwischen Jugendlichen und politischen Vertreterinnen und Vertretern.
  • Projektunterricht: Zusammenarbeit, Aushandlung und gemeinsame Entscheidungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten.

Demokratie gestalten

Demokratie gestalten bedeutet, selbst aktiv zu werden: eigene Ideen und Interessen einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und das Zusammenleben in Schule und Gesellschaft mitzugestalten. Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie etwas bewirken können.

Dafür bieten sich an unserer Schule insbesondere folgende Möglichkeiten:

  • Schülerzeitung PEPERONI: Eigene Themen setzen und mit journalistischen Beiträgen Öffentlichkeit herstellen.
  • Medienscouts: Wissen an jüngere Schülerinnen und Schüler weitergeben und Medienkompetenz in der Schulgemeinschaft stärken.
  • Klassenrat: Entscheidungen für das Zusammenleben in der Klasse mitgestalten.
  • Schülerrat / Schülervertretung: Interessen der Mitschülerinnen und Mitschüler vertreten und sich für Veränderungen im Schulleben einsetzen.
  • Projektunterricht: Eigene Vorhaben planen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam umsetzen.
  • Engagementprojekt: Gesellschaftliche Anliegen aufgreifen, eigene Projekte entwickeln und verwirklichen.
  • Schule mit Courage: Sich gegen Rassismus und Diskriminierung engagieren und für ein respektvolles Miteinander eintreten.
  • Klima-AG: Klima- und Nachhaltigkeitsthemen aufgreifen und eigene Aktionen entwickeln.
  • Vollsozial AG: Soziale Aktionen organisieren und gemeinschaftliches Engagement praktisch umsetzen.

Vernetzung und Kooperation

Der Demokratiebeauftragte Hr. Uhlmann unterstützt gemeinsam mit anderen Kolleginnen und Kollegen die Vernetzung und Weiterentwicklung der Demokratiebildung an unserer Schule. Dazu gehören der Austausch und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und Netzwerken, unter anderem mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), dem ZDF sowie Akteurinnen und Akteuren der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Hamburg. So werden schulische Aktivitäten mit externen Impulsen verbunden und zusätzliche Lern- und Beteiligungsmöglichkeiten erschlossen.

Fachliche Grundlage

Die drei Dimensionen orientieren sich an dem Demokratieverständnis des Politikwissenschaftlers und Demokratiepädagogen Gerhard Himmelmann. Er unterscheidet Demokratie als Herrschaftsform, Gesellschaftsform und Lebensform. Für die schulische Darstellung übertragen wir diese Perspektiven in die Begriffe Demokratie verstehen, erleben und gestalten. Diese Begriffe sind eine verständliche, handlungsorientierte Ordnung für unsere schulischen Angebote und keine wörtliche Wiedergabe von Himmelmanns Modell.

 

 

Literatur: Gerhard Himmelmann (2001): Demokratie lernen als Lebens-, Gesellschafts- und Herrschaftsform. Ein Lehr- und Studienbuch. Wochenschau Verlag.